Augustinus,
der faustische Wahrheitssucher, der hochbegnadete Gottesfreund
ãGro§ und unwandelbar trotz all seiner Wandlungen steht Augustinus Ÿber allem Lob und allem Tadel. Tausende haben seine Bekenntnisse gelesen und daraus ein neues Leben geschšpft, tausend andere haben sich gegen seinen Eroberergeist gewehrt und sind ihm feind geblieben, damit die Flamme seiner Liebe nicht auch ihr Herz fŸr Gott und Kirche entzŸnde. Ihn berŸhrt es nicht. Der menschlichste aller Heiligen steht so hoch Ÿber allen Menschlichkeiten, dass man bei der Lesung seiner Schriften ihn selbst vergisst und in Ÿberquellendem Dank die Barmherzigkeit Gottes preist, die ein solches Wunder der Gnade an einem SŸnder wirkte.Ò
Das erste Buch: Die Confessiones!
Augustinus schildert uns darin Kindheit und Jugend, die Laufbahn des reifen Mannes. Sind sie nicht ein einziges bewusstes und unbewusstes StrŠuben gegen die Gnade? Jeden Irrweg, der von Gott wegfŸhrte – Augustinus ist ihn gegangen, und doch konnte er dem Netz des ewigen Menschenfischers nicht entfliehen. In Mailand fand den faustischen Wahrheitssucher der Blitzstrahl der Gnade.
Das zweite Buch: Die Civitas Die, der Gottesstaat.
Im Geheimnis des mystischen Leibes Christi erlebte der Christ, Priester und Bischof Augustinus immer mehr das Eins-Sein aller Erlšsten und gewann daraus die Demut und Liebe, sich selbst zurŸckzustellen hinter den opferfrohen Dienst an dem NŠchsten und an der Kirche. ãOpera mea regiÒ Ich weihÔ mein Werk dem Kšnig und seinem Reich! Bei allem Eroberungsgeist fŸr die Ausbreitung des Reiches Gottes im Kampf gegen Heidentum und Irrlehre richtet sich sein Blick immer mehr nach innen auf die Wunder Gottes in der Menschenseele, sein ganzes Herz schwingt dabei mit. Er erhebt seine Gedanken aus der Welt des rein VernunftgemŠ§en in die Hšhen der Mystik. Und das Reich Gottes in ihm selber wŠchst: Er reift heran zum hochbegnadeten Gottesfreund und Heiligen.
Und das dritte Buch: Die Retractationes.
Er hat den Mut, zu bekennen, dass er auch in seinen vielen Schriften nur der Wahrheitssucher geblieben ist. Immer mehr fŠllt alle weltliche Eitelkeit von ihm ab. Er sieht nicht mehr die eigenen Leistungen, er sieht am Ende seines Lebens nur mehr die Irrungen und Fehler. Und so kommt sein Ende: Im Jahre 429 ergie§en sich die HeuschreckenschwŠrme der Vandalen Ÿber die blŸhenden StŠdte der afrikanischen NordkŸste. Auch um Hippo schlie§t sich der Ring der Belagerung immer enger und enger. Augustinus der Greis rŠt und betet, weint und tršstet. Im dritten Monat der Belagerung wird er vom Fieber befallen. Er lŠsst sich die Bu§psalmen – sie sind seine Retractationes geworden – an die Wand neben seinem Sterbelager heften und bittet die Freunde, ihn allein zu lassen. Bu§e, das ist das Letzte, Ÿber seinem Leben voll Irrwegen und Fehlern, voll Suchen und Ringen steht gro§ und erschŸttert der richtende Gott. Aus seinem Mund aber vernimmt er noch ein Wort, das Ÿber der SŸhne und Bu§e, Ÿber den Irrungen und Ÿber den Leistungen dieses gro§en Lebens steht: Ama et fac quod vis. Liebe und dann tu, was du willst! Auf die Liebe kommt es an!